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4 nützliche Tipps, die das Reiten im Winter angenehmer machen

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Bedauern hilft nichts. Die Sommerzeit ist endgültig vorbei, Ausritte am späten Abend fallen meist flach und das Wetter zwingt uns zum Umdenken bei der Kleiderwahl. Klar, dass das nicht unbedingt die Laune hebt. Aber soviel sei gesagt: Du kannst es nicht ändern, denn wir haben es nicht in der Hand. Da bleibt nur eins. Augen zu und durch.

Nun ist unser treuer Pferdepartner nicht so ein Weichei wie wir. Gattung Pferd freut sich nämlich riesig über kühlere Temperaturen. Wahrscheinlich hast Du das ohnehin bereits bemerkt. Die Lauffreude ist wie durch ein Wunder wieder in Dein Pferdchen gefahren und der Übermut manchmal deutlich zu spüren.

Lass Dich ruhig anstecken von der positiven Laune Deines Freundes und genieße das Zusammensein! Es gibt doch nichts Schöneres als Pferde im Schnee, oder? Befolgst Du ein paar unserer Ratschläge, kannst Du sogar dem Winter die kalte Schulter zeigen.

Tipp 1: Passende Reitbekleidung ist das A und O

Wer hier spart, hat verloren. Genau genommen verweilen wir mehrere Stunden im Stall. Müssen wir nicht gerade einen Mistmarathon vollbringen oder ein anstrengendes Training erarbeiten, kühlen wir doch sehr rasch aus. Und kommt man erst mal ins Frieren hilft ohnehin nur noch das Aufwärmen im beheizten Reiterstübchen. Heißer Kakao und Kekse sind die letzte Rettung!

Doch was ist nun die richtige Reitbekleidung im Winter? Thermoreithose, Reitparka, Wollsocken und Bommelmütze?

Wirklich effektiv ist tatsächlich der Zwiebellook. Umso mehr Du Dich bewegst bzw. ins Schwitzen kommst, desto leichter ist es für Dich Teile der Kleidung abzulegen. Hier haben sich Jacken mit abnehmbaren Ärmeln oder Multifunktionsjacken (Unterjacke meist dickes Fleece und Oberjacke wasser- und winddichtes Material) sehr bewährt. Sicher ist eine Thermoreithose mit Klimaregulierung eine Überlegung wert. Du kannst jedoch auch eine Thermoleggings unter eine bequemer geschnittene Reithose anziehen. Der Effekt ist ähnlich. Wichtig: Du solltest nicht in der Bewegung eingeschränkt sein! Lange Reitsocken oder Skisocken mit warm gepolstertem Unterfuß sind ideal zur Winterzeit.

Generell kann die Reitbekleidung gut mit Stücken aus der Ski- und Snowboardabteilung ergänzt werden. Hier finden sich oftmals sehr brauchbare Teile wie beispielsweise lange Skiunterwäsche oder Helmmützen. Zweitere sind für Freiluftler in jedem Fall zu empfehlen, denn bekanntlich verflüchtigt sich die Körperwärme größtenteils über unseren Kopf. Wer es wegen der langen Haare nicht so gern mag, kann auf pfiffige Stirnbänder oder Schlauchschals (mit frechen Motiven) zurückgreifen.

Handschuhe sind dringend anzuraten. Es macht zudem Sinn sich mindestens zwei unterschiedliche Paare mit in den Stall zu nehmen. Reitest oder longierst Du draußen sind gefütterte Handschuhe sinnvoll. Erledigst Du Arbeiten im Stall sind Dünnere ausreichend. Ist Dein Körper in stetiger Bewegung reguliert ohnehin Dein Durchblutungssystem die Erwärmung. Also: Ran ans Werk! Das ist die beste Vorbeugung gegen klappernde Zähne!

Tipp 2: Das Schuhwerk

Wie oben bereits erwähnt sind Thermosocken eine gute Anschaffung. Besser noch, wenn Du bei eisigen Temperaturen zusätzlich auf Thermoreitstiefel zurückgreifen kannst. Ob als Jodhpur- oder Langschaftvariante - Deine Füße werden es Dir danken. Vor allem, wenn Du Deine Pferde im Schnee bewegst. Toll, dass die heutigen Thermostiefel nicht mehr so klobig sind. So finden sich selbst für Dressurreiter elegante Stücke. Denn: beheizte Reithallen sind nicht die Norm.

Es hat sich übrigens bewährt Winterschuhe eine Nummer größer zu wählen. Skisocken, Omis dicke Wollstrümpfe und Deine Füße haben dann ausreichend Freiraum. Im Notfall gehen auch zwei paar Socken a la Zwiebellook oder besser noch eine Lammfelleinlage. Diese wärmt herrlich und verhindert Stinkefußgeruch solltest Du doch ins Schwitzen kommen.

Tipp 3: Gezieltes Aufwärmen und Eindecken

Besonders in der kühleren Jahreszeit hat sich eine lange Aufwärmphase bewährt. Für Dein Pferd und für Dich wohlgemerkt! Gelenke, Sehnen und Bänder benötigen deutlich länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Warme Reitbekleidung, Thermoreitstiefel oder eine übergelegte Abschwitzdecke am Pferdchen reichen als Aufwärmprogramm nicht aus.

Es gilt: Bewegung, Bewegung, Bewegung! In jedem Fall sinnvoll, wenn Du Deinen Schatz die erste Viertelstunde im munteren Schritt führst. So werdet Ihr beide warm.

Hat Euer Stall ein Pferdesolarium kannst Du Deinem Pferd vor der Arbeit 10 - 15 Minuten Tiefenwärme gönnen. Hast Du Dein Pferd scheren müssen (heftiges Schwitzen durch Winterfell), wird es die Extraportion Wärme sehr genießen. Aber vergiss dabei nicht, dass zwar Hals- und Rückenpartie erwärmt, jedoch die Gelenke dennoch zusätzlich mind. 15 Minuten Schrittprogramm benötigen, um "betriebsbereit" zu sein.

Nach dem Training ist das Auflegen einer Abschwitzdecke wichtig. Sie nimmt den Schweiß auf und schützt vor Zugluft. Bitte nicht auf das Trockenreiten verzichten! Gehört Dein Huftier zu den Starkschwitzern und ist Euer Training sehr intensiv macht es tatsächlich Sinn, das Pferd zu scheren.

Dann ist aber eine Winterdecke für Pferd Pflicht! Sie ersetzt das Winterfell und muss Schutz vor Kälte und eisigem Wind gewährleisten. Eine Abschwitzdecke allein würde hier nicht ausreichen. Das fehlende Winterfell lässt Nässe und kalte Temperaturen nämlich bis an die empfindliche Haut. Eine Winterdecke gibt Pferd etwas an Schutz zurück.

Robusten Offenstallpferden sollte das natürliche Winterfell erhalten bleiben. Der gesunde Organismus dieser Tiere steuert deren Winterschutz von ganz allein.

Tipp 4: Interessante Wintergadgets

Damit Du als lebende Frostbeule nicht selbst ständig unter dem Pferdesolarium stehst, haben sich kluge Leute etwas einfallen lassen. Demnach kann selbst den Verfrorensten unter den Verfrorenen geholfen werden.

Da gibt es z. B. kleine Taschen- und Zehenwärmer, die sich durch Knicken eines Metallplättchens aktivieren lassen. Recht günstig und durch Auskochen erneut nutzbar. Oder wie wäre es mit via Akku betriebene Wärmesohlen und Handschuhe. Deutlich teurer aber effektiv.

Gegen kalte Ohren sind Earbags interessant. Ähnlich wie Ohrenschützer, aber ohne lästigen Bügel. Hier wird lediglich ein kleiner Klappmechanismus betätigt. Sind in versch. Größen erhältlich und tragen nicht so auf wie die alten "Mickey Mouse - Ohrknödel". Super ist Reitbekleidung mit eingearbeiteten Keramikfasern (Hals- und Nierenwärmer etc...). Diese reflektieren körpereigene Wärme zurück. Gibt es ebenso fürs Hotti (z. B. Rückenwärmer). Ideal zum Warm up!

Du musst Dich also nicht in die Winterdecke vom Pferd einmummeln. Es gibt andere tolle Möglichkeiten. Mach Dir den Winter schön! Sei eine Eisprinzessin und unsere Tipps fürs Reiten im Winter helfen dir dabei! Dein großer Partner freut sich auch im Winter auf Dich!

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