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Tipps zur Jungpferdeausbildung – ein guter Start ins Leben zählt!

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Nirgendwo werden mehr Weichen für den weiteren Weg eines Pferdes gelegt, als in der Jungpferdeausbildung. Die "jungen Wilden" von Anfang an in ihrem Sinne zu fördern ist ein besonderes Augenmerk im Reitsport und bedarf ein wissendes, geschicktes Händchen.

Schon von Aufzucht an bis zur Ausbildung ist es erstrebenswert die Heranwachsenden im Einklang mit ihrer natürlichen Veranlagung zu unterstützen.

Werden solide Grundsteine für die Pferde in der Ausbildung gelegt, wird das spätere Miteinander von Umgang zum Anreiten bis zum späteren Sport ein Vergnügen für beide sein.

Mit unseren Tipps spenden wir Dir einen kleinen Leitfaden, der anzeigt wie ein junges Pferd gut gefördert sein zukünftiges Leben bestreiten kann.

Ein wichtiger Leitsatz dazu ist: Immer mit den Pferden arbeiten - nicht gegen sie!

Ziel ist schließlich ein glückliches, leistungsbereites und langlebiges Pferd und ein ebenso glücklicher, zufriedener Reiter. Was hältst Du davon? Richtig gedacht, oder?

Tipp 1: Gute Voraussetzungen sind wichtig

Das Leben eines Pferdes beginnt mit einer sorgsamen Aufzucht. Hierbei sollte vor allem sehr viel Wert auf Natürlichkeit gelegt werden.

Von Geburt an, im Beisein der Mutter, auf der Jährlingskoppel bis hin zum Verkauf haben die Haltungsbedingungen sowie Fütterung und Umgang einen starken Einfluss auf Gesundheit und Wesen des Tieres.

Möchtest Du Dir ein Jungpferd kaufen, so mach Dir ein Bild von den vorherrschenden Begebenheiten.

Zur Gesundheit ist zu sagen, dass es viel Sinn macht das heranwachsende Pferd körperlich durchchecken zu lassen, ob es überhaupt schon bereit für die Jungpferdeausbildung ist. Die physische und psychische Entwicklung ist nämlich nicht bei jedem Jungspund gleich und kann sogar von Rasse zu Rasse unterschiedlich sein. So müssen Spätentwickler eben auch die Zeit bekommen, die sie benötigen.

Pferde in Ausbildung sollten außerdem eine angepasste Fütterung erhalten. Von klein auf ist darauf zu achten, dass ihr Körper wirklich das bekommt, was er zum Wachsen braucht. Die Beigabe eines Ergänzungsfutters zur Unterstützung des Bewegungsapparates kann sich positiv für sie auswirken. Ein kundiger Tierarzt oder ein Ernährungfachmann wird sicher weiterhelfen können, was genau Deines benötigt.

Man beachte:

In der Herde wird ein Junger mit erzogen. Diese Charakterschmiede ist völlig kostenlos, nicht zeitraubend und äußerst effektiv. Dank natürlichem Sozialverhalten wird das Verhalten gegenüber dem Menschen ein deutlich besseres sein. Und Körper und Gesundheit profitiert zusätzlich von dieser artgerechten Aufzucht.

Tipp 2: Das Fohlen ABC

Früh übt sich - das gilt tatsächlich auch bei unseren Pferden. Zu den ersten Schritten gehört, dass Du die Kleinen auf sanfte Art und Weise an Stimme und Berührung gewöhnst.

Lässt sich das Pferdchen bereits überall anfassen, ist es ein Leichtes ihm weiterhin Dinge wie das Aufhalftern und Putzen, das Hufe geben oder das Führen beizubringen. Es lernt, dass Berührung angenehm ist und "sein Mensch" ihm nichts Böses will. Arbeitest Du dabei bestätigend mit viel Lob und ohne Druck, wird das Jungtier diese grundlegenden Dinge schnell beherrschen.

Zum Fohlen ABC gehört auch die Gewöhnung an Stick oder Peitsche. Via Horsemanship kannst Du dem Pferd durch oft wiederholtes, rhythmisches Hin- und Wegführen des Bodenarbeitsstickes zeigen, dass es nichts von Dir und Deiner Gerätschaft zu befürchten hat. Ähnlich wie mit Deiner streichelnden Hand führst Du schlussendlich Gerte oder Stick ans Pferd. Fertig ist das "Friendly Game".

Tipp 3: Zeit schenken

 

Ein "Kindpferd" darf sich Zeit lassen. Ob beim Fohlen ABC, beim Anlongieren, beim Hufschmied oder beim Tierarzt - sei stets geduldig und schenke Deinem Jungtier die nötige Zeit.

Gibst Du ihm diese oft und gern, wird es Dir im Gegenzug schnell sein Vertrauen schenken.

Tipp 4: Kurze Reprisen

Dein Pferd lernt am Besten in kleinen, kurz gehaltenen Schritten. Wie bei Kindern, ist die Konzentrationsspanne eines Jungpferdes minimalst bemessen.

Lieber mehrmals am Tag ein wenig, als lange an etwas herumdoktern! Ihr habt schließlich alle Zeit der Welt. Auch später bei der Bodenarbeit mit dem Pferd oder den altersgemäßen Horsemanship Übungen - ein paar Minuten reicht allemal für den Anfang!

Tipp 5: Positives wirklich anerkennen!

Klar, macht Dein Schatz etwas richtig wird gelobt. Passt!

Eine weitere Stufe ist, wenn in einer kurzen Übungseinheit etwas prima gemacht wurde, dass Du ihn als Lob sofort komplett aus der Arbeit entlässt. Ihm quasi wieder seine freie Zeit mit Artgenossen und Futteraufnahme und Wälzen etc... schenkst.

Auch das gehört zu einem fairen Horsemanship zwischen Einhufer und Mensch. Diese Vorgehensweise merkt sich das Kerlchen. Nennen wir es Jungpferdeausbildung mit Wohlfühleffekt. Das fruchtet.

Tipp 6: Vorbereitende "Arbeit" für Pferde in der Ausbildung nicht vernachlässigen!

Hierfür ist das Horsemanship (z. B. die 7 Spiele nach Parelli) oder/und die Bodenarbeit mit Pferd gut, die das Tier zum einen gymnastizieren und zum anderen weiterhin Vertrauen aufbauen (z. B. Gelassenheitstraining, Spazierengehen mit Begleitpferd, Handpferdreiten). Ideal, wenn Du einen Sachkundigen zur Hand hast, der Dir fördernd über die Schulter schaut.

Dieser kann Dir zudem sagen, zu welchem Charakter-Typ Dein Huftier gehört. Introvertiert und vorsichtig oder vielleicht extrovertiert, verspielt und neugierig?

Zu jedem Typ gibt es Dos and Don`ts, welche Dir beispielsweise ein Parelli-Instruktor gut erklären kann. Missverständnisse zwischen Pferden und Besitzern lassen sich durch dieses Wissen deutlich minimieren.

Tipp 7: Eigeneinschätzung - sei ehrlich zu Dir selbst

Reiten und trainieren können sind zweierlei Stiefel. Hast Du stetigen Austausch mit einem Trainer? Mehrmals die Woche Reitunterricht? Reitest vorzugsweise Pferde in unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen und übst Dich in Bodenarbeit mit dem Pferd? Dann bringst Du gute Voraussetzungen mit, um Dein Pferdchen vorzugsweise mit Anleitung selbst anreiten zu können.

Bist Du jedoch in manchen Dingen unsicher?

Hast vielleicht noch nicht so viele Kenntnisse in der Bodenarbeit mit dem Pferd und fühlst Dich in manchen Situationen nicht sattelfest genug?

Dann solltest Du Dir ein Herz fassen und Deinen jungen Freund in Beritt geben.

Wenn Du Dir einen freundlichen, gewissenhaften und solidarischen Bereiter suchst, tut das der Jungpferdeausbildung Deines Pferdchens keinen Abbruch. Das Jungtier kann sachgemäß gefördert und gefordert werden. Im Idealfall mit Dir als Besitzer zusätzlich an seiner Seite.

Denn: Guter Beritt bezieht den Pferdebesitzer/Reiter immer mit ein!

Fazit Jungpferdeausbildung

Ob beim Fohlen ABC, bei der Bodenarbeit mit Pferd oder beim Anreiten und im Beritt - das Hauptaugenmerk sollte immer auf den fairen Umgang und die natürlichen Bedürfnisse des Tieres gelegt werden.

Das ist eine Jungpferdeausbildung und dazu echtes Horsemanship, das alle Pferde gut verstehen werden.

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