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Tinker – die bunte Pferderasse

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Der bunte Tinker ist von den Weiden Deutschlands nicht mehr wegzudenken. In den 1990er Jahren verschaffte er sich immer mehr Beliebtheit, vor allem unter Freizeitreitern.

Und das hat natürlich gute Gründe, denn diese Pferde sind robust, leichtfuttrig und intelligent. Weiterhin haben sie einen sehr ausgeglichenen Charakter und scheuen nicht bei jedem Baumstamm. Ihre Neugier wirkt sich positiv bei der Bodenarbeit und auch beim Reiten aus.

Ursprünglich waren die sanften Pferde Arbeitspferde der nichtsesshaften Bevölkerung und wurden vorwiegend als Zugtiere gezüchtet.

Daher eignen sich Tinker auch nicht als Spring- oder Dressurpferde, aufgrund ihres Körperbaus können sie keine hohen Hindernisse überwinden und die Versammlung, welche im Dressursport verlangt wird, fällt ihnen schwer.

Sie haben einen gedrungenen und starkknochigen Körperbau, ausgeprägten Fesselbehang, üppiges Langhaar und oft einen Ramskopf. Das Aussehen ist imposant, diese Pferde sind recht klein, kompakt und muskulös. Der gerade Kopf mit den großen Augen und der breiten Stirn soll aufrecht getragen werden, der Hals ist gut bemuskelt und die Schultern kräftig. Die Hufe sind groß und von Behang bedeckt.

Schecken kommen bei dem Tinker Pferd besonders häufig vor, obwohl auch alle anderen Fellfarben erlaubt sind.

Ob Fluchtverhalten oder Herdentrieb - die natürlichen Instinkte dieser edlen Geschöpfe ziehen sich bis in die Domestizierung. Es ist schlichtweg angeboren, dass Dein Freund hinter einem raschelnden Busch ein Raubtier vermutet. Hat Dein Pferd vielleicht keine Lust sich vom Stall zu entfernen? Das ist gleichfalls ein Urinstinkt. Die Herde gibt ihm Schutz. Das hat es über Tausende von Jahren in seiner Evolution gelernt. Daher sollten wir es auch ernst nehmen. Solche Reaktionen zu bestrafen wäre ein Fehler. Besser ist es, Vertrauen aufzubauen und dem Pferd zu zeigen, dass es sich auf Dich verlassen kann.

Weitere Bezeichnungen für das Tinker Pferd sind Irish Tinker oder Gypsy Cob. Diese Pferde der Rasse Irish Cob werden in Deutschland als Tinker von der FN anerkannt. In den Zuchtbüchern sind auch Pferde der Rasse Irish Cob eintragungsfähig. Pferde dieser Rasse weisen Merkmale vom Pony, Kaltblut- und Warmblutpferd auf, wobei das Gesamtbild eher an ein kleines Kaltblutpferd erinnert, denn beim Stockmaß bewegt sich der Gypsy Cob in dem Bereich von 135 bis 160 Zentimetern.

Der Größe nach könnte man die meisten Pferde dieser Rasse also als Pony bezeichnen (als Pony werden Tiere mit einem Stockmaß von 148 Zentimetern anerkannt). Ursprünglich kommt das Tinker Pferd aus Großbritannien und Irland, sie werden überwiegend in Europa gezüchtet und sind weltweit verbreitet.

Der Irish Tinker ist ein gutes Freizeitpferd sowie ein gutmütiges Therapiepferd. Gerade der besonnene Charakter ist ausschlaggebend bei der Verwendung in diesen Bereichen. Ein Therapiepferd muss zu jeder Zeit unerschrocken und den Menschen zugewandt reagieren, die Neugier dieser Pferde stellt sicher, dass das Pferd in der Therapie aufgeschlossen und motiviert mitarbeitet.

Als Freizeitpferd eignet es sich besonders aufgrund seiner Unerschrockenheit. Im Gelände verhält sich das Tinkerpferd ruhig und gelassen und macht so Ausritte in der Natur zu einem schönen Erlebnis. Die schwungvollen und raumgreifenden Bewegungen und das gute Galoppiervermögen machen dieses Pferd zu einem guten Partner im Freizeitbereich. Und natürlich eignet sich dieses Pferd vor allem als Kutschpferd, denn hierfür wurden es ursprünglich gezüchtet.

Oft werden Tinkerpferde als Gewichtsträger angeboten, was jedoch irreführend ist. Viele Pferde dieser Rasse neigen zu einem Senkrücken oder zu Rückenschäden aufgrund ihrer hohen Aufrichtung und schlechten Versammlungsfähigkeit. Sie brauchen ein gutes Rückentraining, um Rückenmuskulatur aufzubauen und sind so nicht für das Tragen schwerer reiterlicher Lasten geschaffen.

Auch muss darauf geachtet werden, das dem Tinker bei der Fütterung nicht zu viele Nährstoffe zugeführt werden, denn er neigt dazu, dick zu werden, was schädlich für den gesamten Bewegungsapparat ist. Denn der Stoffwechsel ist darauf optimiert, aus kargem Futter die maximale Energie zu gewinnen und möglichst wenig Energie zu verbrauchen.

Das Raufutter in Deutschland ist so genügend für die Fütterung eines Tinkerpferdes, es sollte kein zusätzliches Kraftfutter verabreicht werden und das Pferd sollte kontinuierlich bewegt werden. Beachtet man dieses, so ist das Tinkerpferd ein optimaler Freizeitpartner!

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