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Sehnenschaden beim Pferd – Bangnis für jeden Besitzer

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Da sich die Aktivitäten und das Leistungspensum im Reitsport immer mehr erhöhen, birgt leider auch die Eventualität vom Sehnenschaden beim Pferd eine ernste Gefahr. Doch tatsächlich ist diese Pferdekrankheit nicht nur im Profisport ein Thema. Auch im Freizeitbereich sind Sehnenüberlastungen (die sogenannte Tendinitis) nicht selten.

Eine derartige Verletzung am Bein bringt Pferd und Reiter gleichermaßen in emotionale Belastung. Stark gedrosselte Bewegungsabläufe setzen den Tieren während der Rekonvaleszenz verständlicherweise zu und der Besitzer hat nach der Diagnose vom Tierarzt mit dem Pferd alle Hände voll zu tun. Interessante Fakten findest Du hier:

Sehnen und Bänder

Ohne diese könnte sich Dein Pferd überhaupt nicht bewegen. Muskeln aktivieren Sehnen und Bänder und ermöglichen überhaupt erst, dass Bewegung stattfinden kann.

Am bekanntesten wird Dir vielleicht die tiefe Beugesehne sowie der Fesselträger sein. Nimmst Du den Huf nach oben, kannst Du sie hinter dem Röhrbein leicht ertasten. Das ist auch der Bereich, den Du mit Bandagen oder Gamaschen beim Reiten schützt. Da alle Sehnen aus vielen Faserbündeln zusammengesetzt sind und aus Kollagen bestehen, ist eine Heilung eine langwierige Angelegenheit.

Ursachen für Fesselträgerschaden beim Pferd

- Überanstrengung (Dehnung über die Belastungsgrenze), intensiv körperbetontes Training

- unsachgemäßes Reiten

- unglückliches Auffußen nach einem Sprung oder in unwegsamen Gelände

- Tritte

- verschleißbedingte Abnutzung der Sehnenstruktur

- erbliche Vorgeschichten

- schlechte Muskelkondition/mangelndes Training

- ungeeignete Reitböden

- mangelnde oder fehlerhafte Hufbearbeitung

- zu früher Einsatz von Jungpferden im Sport (die Sehnen/Bänder sind erst mit 6-7 Jahren ausgereift!)

- Übergewicht

- Fehlstellungen und Blockaden begünstigen außerdem eine Lahmheit beim Pferd

Wie zeigt sich die Lahmheit beim Pferd?

Ein Sehnenschaden beim Pferd hat viele Gesichter. So kann er bei leichter Schädigung von wenigen Fasern kaum spürbar sein, während er bei einem Sehnenabriss (Ruptur) natürlich extrem deutlich mit einer Durchtrittigkeit erkennbar ist.

Liegt eine mittlere bis hochgradige Lahmheit vor und wird eine Umfangsvermehrung (oft im Bereich der Beugesehne) sichtbar, ist der Sehnenschaden am Pferd offensichtlich.

Schleicht sich jedoch eine chronische Sehnenerkrankung beim Tier ein, bleibt die Lahmheit lange aus.

Mögliche Symptome

- im Bereich über oder am Fesselgelenk wird ein Pulsieren sowie Wärmeentwicklung spürbar

- das Reitpferd empfindet Schmerz auf Druck am Bein

- leichte bis heftige Lahmheit schon nach kurzer Belastung

- Sehne angeschwollen, warm

- das Tier entlastet das erkrankte Bein oder liegt

Diagnose der Pferdekrankheit vom Tierarzt beim Pferd

Zuerst wird der Tierarzt beim Pferd das betroffene Bein abtasten. Eine Ultraschalluntersuchung kann weiter Aufschluss geben. Der Gang in eine nahe Pferdeklinik ist des weiteren zu empfehlen, da hier die Möglichkeiten zur genauen Erkennung natürlich umfangreicher sind und die Verletzung beim Pferd noch präziser lokalisiert werden kann. Röntgenologische, thermografische oder szintigraphische Diagnostizierungsmöglichkeiten sind heute in fast jeder Pferdeklinik Standard.

Therapie bei Fesselträgerschaden beim Pferd

Wichtig: Eine Behandlung sollte absolut zeitnah erfolgen!

 

Bei leichter Verlaufsform (z. B. pulsierendem, warmen Bein] macht es Sinn, die betroffene Sehne sofort gut zu kühlen und das Reitpferd die darauffolgenden Tage nur schonend zu bewegen.

Ist der Sehnenschaden beim Pferd schwerwiegender, sollte nach einer mehrtägigen Kühlungsphase (z. B. mit Kühlgamasche oder Kühlsalbe) als nächster Schritt die Durchblutungsförderung stehen. Also zuerst ein paar Tage Kälte, um ein Abschwellen und Schmerzlinderung einzuleiten. Danach sind durchblutungsfördernde Einreibungen oder eine Wärmetherapie empfehlenswert, die geschädigtes Gewebe zu mehr Fluss anregen soll. Die Magnetfeld- und Stoßwellentherapie hat sich ebenfalls als positiv bei Fesselträgerschaden beim Pferd erwiesen. Injektionen (Entzündungshemmer) können zusätzlich angewandt werden.

Auch alternativmedizinische Methoden wie das Einreiben mit Heilerde, begleitende Homöopathie sowie Futterbeimischungen von Kräutern wie beispielsweise Weidenrinde, Mädesüß, Yucca und Teufelskralle wirken sich heilungsfördernd auf den Organismus des Tieres aus.

Gerade in der Fütterung hast Du als Besitzer Eingriff. Achte besonders auf Mineralstoffe (ein Bluttest entlarvt Mängel) und eine gute Versorgung mit ungesättigten Fettsäuren (z. B. Leinöl). Als therapeutische Unterstützung haben sich auch Magnesium, MSM, Glucosamin und Antioxidantien (z. B. Selen) bewährt.

In seltenen Fällen ist ein orthopädischer Beschlag vonnöten, welcher die in Mitleidenschaft gezogene Sehne entlasten soll.

Bewegung während der Regenerationsphase

Boxenruhe hieß es früher. Nun ist, bitte immer nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt, durchaus Bewegung im Therapieplan inbegriffen. Trotz Sehnenschaden beim Pferd kann ruhiges Gehen im Schritt, vorzugsweise auf Asphalt, förderlich sein.

In der Pferdeklinik wird auch Aquatraining oder das Laufband als "Gehhilfe" benutzt. Überschwängliche Bewegungen können damit deutlich gedrosselt werden, da sich das Tier dem vorgegebenem Tempo anpassen muss (wird Pferd natürlich behutsam beigebracht). Generell hat sich das Laufband schon im Reitsport etabliert, da sich durch langes im Schritt laufen Sehnen festigen, Gelenkflüssigkeit fließen und Muskulatur aufgebaut werden kann.

Hat Dein Reitpferd aufgrund dieser Pferdekrankheit starke Einschränkungen, macht es außerdem Sinn seinen Futterplan neu zu koordinieren, um wirklich nach Bedarf zu füttern und überschüssige Energie zu vermeiden.

Klar ist letztlich, dass das Tier nun im zukünftigen Reitsport begrenzt einsatzfähig ist. Nachwachsendes Gewebe ist leider nicht so belastbar wie das vorher vorhandene Gesunde. Doch mit Achtsamkeit, Geduld und alternativer Unterstützung kann das Pferd durchaus genesen und noch viele Jahre (wenn auch sportlich eingeschränkt) geritten werden.

Ein ehemaliges Fesselträgerschaden Pferd benötigt seinen ganz eigenen, abwechslungsreichen und auf es abgestimmten Trainingsplan. In diesem Verlauf solltest Du beim Sehnenschaden Pferd auf Kaltstarts verzichten. Wärme Dein Tier stets gut auf und überfordere es beim Training nicht. Meide unebene oder tiefe Reitböden sowie enge Wendungen.

Vergiss nicht: Reitsport sollte nicht vorrangig für Erfolg stehen!

Das partnerschaftliche Zusammenwachsen als Team (in guten wie in schlechten Zeiten), die schönen gemeinsamen Stunden, genussvolle Pferdepflege und die sachgerechte Versorgung während einer Pferdekrankheit gehören eigentlich maßgeblich dazu.

Vorbeugung

Hier gilt das Gleiche wie eben:

 

  • Pferd gut warmreiten,
  • nicht überarbeiten,
  • auf guten Reitboden achten,
  • Übergewicht vermeiden,
  • Hufbearbeitung nicht vernachlässigen,
  • für schonenden Muskelaufbau sorgen und eine fürs Tier bedarfsgerechte Fütterung nicht aus den Augen lassen.

Mit dieser Rundum-Vorsorge schaffst Du gute Voraussetzungen Deinen Liebling vor einer Sehnenerkrankung zu schützen. Eine regelmäßige Kontrolle nach der Arbeit ist außerdem anzuraten. Wer frühzeitig reagiert und sofort kühlt kann Folgeschäden abwenden.

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