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Sattelpflege – nicht nur eine reine Schönheitsangelegenheit

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Pferdesattel und Trense unterliegen einer hohen Beanspruchung. Beinahe täglich kommt das Zubehör zum Einsatz. Reitplatzstaub und Schweiß strapazieren dabei das Material sehr. Gerade Verunreinigungen wirken auf dem Leder wie Schmirgelpapier. Daher sollten Deine Siebensachen eine besondere Aufmerksamkeit bekommen.

Das hat zum einen vor allem sicherheitstechnische und zum anderen natürlich werterhaltende Gründe. Pferdezubehör ist schließlich nicht billig, denn ein Sattel muss dem Pferd sowie dem Reiter richtig passen. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass Leder ein tolles Naturprodukt ist. Regelmäßige Pflege (mind. 1x im Monat) erhält die Schönheit Deines Equipments.

Ja schon klar, Reiten und Pferdepflege machen eindeutig mehr Spaß. Doch was sein muss, muss sein. Und mal ehrlich, Du hast doch auch lieber weiches, griffiges Leder in der Hand und sitzt gerne auf einem gepflegten Sattel, oder?

Gerne zeigen wir Dir, welche Utensilien Du dafür brauchst, welche Handgriffe nötig sind und welche pfiffigen Tipps zur Sattelpflege Dich in Deinem Tun unterstützen können. Vielleicht findet sich sogar eine nette Reitfreundin, die mitmacht und mit der Du währenddessen über "Pferdisches" schnacken kannst.

Welche Pflegemittel sind zu verwenden?

Sattelseife zur Reinigung

Ob Sattel vom Pferd, Trense oder Kappzaum - mit Sattelseife bekommst Du das Leder schön sauber.

Hierzu gibt es unterschiedliche Seifen.

Welche, die Du mit Wasser vermischen musst oder andere, die direkt aufgetragen werden können.

ACHTUNG: Reinige dein Lederzubehör jedoch auch nicht allzu häufig bzw. nicht bei jeder kleinsten Verschmutzung.

Denn: Wird nämlich stets mit zu viel Wasser und Seife gereinigt, kann das dem Leder tatsächlich die Feuchtigkeit entziehen. Es wird spröde und könnte schlimmstenfalls sogar brechen.

Tipp 1:

Ist Dein Pferdezubehör kaum verschmutzt, reicht für die Schnell-Pflege eine Seife, die lediglich aufgetragen wird oder Lederreinigungstücher (Drogerie). Im Winter echt praktisch.

Lederreiniger- easy to use

Spezielle Lederreiniger machen es auch dem dauergestresstem Reiter mit begrenztem Zeitbudget leicht, eine ordentliche Lederpflege hinzubekommen.

Für die handlichen Dinge wie Trense, Kappzaum oder Longiergurt super geeignet.

Oft gibt es den Reiniger in praktischen Sprühflaschen oder als Schaum.

Eine pfiffige All-in-One-Lösung für Eilige oder Putzmuffel.

Daher Tipp 2:

Wenn´s schnell gehen muss, ist der einfach zu handhabende Lederreiniger zur Sattelpflege eine gute Alternative.

Essigessenz oder spezielle Schimmel-Reiniger für Leder

Aufgrund des niedrigen PH-Werts von Essig, ist dieser als Hausmittel ideal geeignet, um dem meist oberflächlichen Schimmel auf Lederstücken den Garaus zu machen.

Käufliche Schimmel-Reiniger gibt es sogar auf pflanzlicher Basis, die Dein Leder reinigen, desinfizieren und gleichzeitig noch imprägnieren können. Wichtig: Trage Handschuhe und wirf den Lappen nach Gebrauch in den Müll!

Tipp 3:

Effektive Mikroorganismen im Reinigungswasser wirken dem Schimmel prophylaktisch entgegen.

Lederöl, Lederfett oder alternativ ein Balsam

Je nach Lederart und Beschaffenheit des Leders (z. B. sehr trockenes Leder) kann Lederöl, Fett oder Balsam durchaus Sinn machen.

Hier gilt jedoch: Sparsam verwenden und für kurze Zeit (ca. 15 Min) einwirken lassen.

Achtung: Es gibt gefärbtes und neutrales Lederfett! Anleitung auf der Verpackung beachten!

Tipp 4:

Mache Dich schlau, aus welchem Leder Dein Pferdesattel ist, denn Lederöl & Co ist nur für Glattleder konzipiert. Für Rauleder empfiehlt sich eine sanfte Reinigung und anschließend ein massierendes Finish mit einer gröberen Bürste. Sieh Dir auch die Empfehlung Deines Sattelherstellers an!

Eine mögliche Anleitung zur optimalen Lederpflege:

Für den Sattel:

Zu Beginn ist es sinnvoll Satteldecke, Riemen und Steigbügel abzumontieren und den Sattel vom Pferd auf einen Bock zu legen. Alle zu reinigenden Stellen bleiben für Dich so leicht zugänglich. Möchtest Du Deine Trense nicht auseinander bauen, kannst Du Sie ebenfalls an den Bock hängen. Das ist die ideale Höhe, um Dich während der Reinigung auf einem Stuhl zu setzen.

Willst Du Deine Hände vor Dreck schützen, sind Gummihandschuhe eine gute Wahl. Ein Eimer mit lauwarmen Wasser und Sattelseife sind der nächste Schritt. Dabei ein weiches Schwämmchen leicht anfeuchten, etwas Sattelseife aufnehmen und los geht´s.

Der Pferdesattel wird ober- und unterhalb gereinigt. Dazu Blatt und Strippen hochklappen.

Auch die Nähte bearbeiten, da sich dort gerne viel Dreck festsetzt.

Für die "unterste Unterseite" lege den Sattel einfach verkehrt herum auf ein dickes Handtuch.

Tipp 5:

Eine weiche Zahnbürste kommt bestens an enge Stellen. Außerdem Schwamm oft auswaschen, um Kratzer durch Sand zu verhindern und Schmutz nicht zu verteilen.

Ist der Sattel gereinigt, wird der nasse Film mit einem fusselfreiem Tuch sorgfältig abgerieben. Als Nachbehandlung kommt nun das Lederfett zum Einsatz. Wie oben schon beschrieben, reicht eine sparsame Dosis, die Du sanft mit einem neuen Schwamm/Tuch/Pinsel in kreisenden Bewegungen einreibst. Besonderes Augenmerk beim Reinigen/Einfetten gilt den Gurtstrippen und den Bügelriemen. Achte immer auf Mängel z. B. Risse. Im Zweifelsfall besser austauschen, um Unfälle zu vermeiden. Noch alles gut einwirken lassen und alle Teile erneut abreiben sowie überschüssiges Öl entfernen.

Für die Trense, den Kappzaum oder den Ledersattelgurt:

Wie beim Pferdesattel wird die Trense etc... vor der Behandlung mit Fett vorher natürlich mit Seife geputzt.

 

Achtung: Nimm das Metallgebiss ab, sonst könnte Dein Pferdchen zukünftig einen seifigen Beigeschmack bekommen! Sicher nicht angenehm.

Sind erhebliche Verschmutzungen da, empfiehlt es sich das gesamte Lederstück für ein paar Minuten in den Eimer zu legen.

Möchtest Du intensiv auch unter den Schnallen reinigen, ist es ohnehin sinnvoll die Trense oder den Kappzaum zu zerlegen.

Tipp 6:

Eine "Anschauungs-Trense" erleichtert es Dir, die zerlegte Trense wieder richtig zusammenzubauen.

Ist Deine Lederpflege mit Fett (zu handhaben wie oben beim Sattel) beendet, lasse Dein gesamtes Pferdezubehör nach der ganzen Sattelpflege ausgiebig trocknen, bevor es wieder zum Einsatz kommen soll. So ein Tag Pause, vielleicht mit intensiver Pferdepflege, Massage, Solarium und Spazierengehen ist für Euch beide doch sicher ein netter Anreiz, oder?

In Deiner reitfreien Zeit könntest Du beispielsweise noch die Satteldecke, die Abschwitzdecke und die Bandagen zuhause waschen.

Optimale Lagerbedingungen kommen Deinem Pferdezubehör in jedem Fall zugute

- benutze einen Sattelschoner (heller Staubbelag ist dann Geschichte) und Steigbügeltäschchen (kaum Abrieb am Leder)

- ein Sattelhalter bevorzugt aus Holz vermeidet Druckstellen

- die benutzte Schabracke/Satteldecke/Pad gesondert mit Unterseite nach oben aufhängen

- ideale Sattelkammerbedingungen: ca. 40-60% Luftfeuchtigkeit und 10-18 Grad Raumtemperatur

- Sattel/Trense nicht lange draußen in der Sonne hängen lassen (Gefahr der Austrocknung!)

Auf die Putzschwämme, fertig, LOS!!

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