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Alles über den Sattel

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Im heutigen Pferdesport nimmt der Sattel eine enorm wichtige Rolle für Pferd und Reiter ein. Die Auswahl an Pferdesätteln ist wahnsinnig groß - Ob Dressursattel oder Springsattel, Westernsattel oder Vielseitigkeitssattel – für jede Disziplin wurden verschiedene Arten von Sätteln entwickelt, die vor allem an die Anforderungen der jeweiligen Disziplin angepasst sind.

Welche Arten es von Pferdesätteln gibt, wie der Sattel generell aufgebaut ist und vieles mehr über das Thema Sättel erfahrt ihr hier.

 

Welche Arten von Pferdesätteln gibt es?

Im Folgenden stellen wir euch die verschiedenen Arten von Sätteln einmal genauer vor.

Dressursattel

Der Dressursattel hat grade, lange nach unten führende Sattelblätter. Es gibt tiefe, halbtiefe und normale, auch anatomisch genannte, Sitzflächen. Die Auflagefläche des Sattels auf dem Pferderücken ist eher kurz und soll den Reiter einen gefühlt tieferen, ruhigen und sicheren Sitz vermitteln. Dadurch kann die Hilfengebung des Reiters feiner erfolgen. Dressursättel können flexible oder fixe Pauschen haben, um das Verrutschen des Reiterbeins nach vorne oder hinten zu verhindern und ebenfalls eine gezielte Hilfengebung zu ermöglichen.

 

Die schöne Schabracke auf dem Foto gibt es übrigens hier.

Vielseitigkeitssattel

Der Vielseitigkeitssattel wird seinem Namen gerecht, indem er durch seinen Aufbau vielseitig eingesetzt werden kann. Er vereint die Vorteile von Dressur- und Springsattel in einem Sattel. Der Vielseitigkeitssattel kann mit dem Schwerpunkt Dressur oder Springen hergestellt werden und demnach tendiert die Form des Sattelblattes zu der entsprechenden Grundform.

Man spricht dann von einem Vielseitigkeitssattel Schwerpunkt Dressur (VSD) oder Schwerpunkt Springen (VSS).

Rennsattel

Ein Rennsattel ist ein besonders leichter und kurzer Reitsattel die bei Pferderennen eingesetzt werden. Das Rennpferd hat durch diesen Sattel besonders viel Bewegungsfreiheit. Für den Reiter ist der Sattel natürlich nicht besonders bequem, das braucht er aber auch nicht zu sein, denn beim Rennen geht der Reiter in den sogenannten „Rennsitz“ dabei hebt er sein Gesäß aus dem Sattel und beugt sich nach vorne.

Springsattel

Der Springsattel hat im Gegensatz zum Dressursattel eine längere Auflagefläche und ist insgesamt von seiner Form her viel flacher. Durch sein eher niedriges Sitzkissen und seinen kurzen, runden und oft etwas nach vorne zur Schulter des Pferdes gewölbtes Sattelblattes winkelt der Reiter sein Bein mehr an und bekommt einen besseren Halt am Knie. So kann der Pferderücken beim Sprung über ein Hindernis entlastet werden in dem der Reiter sein Gewicht über dem Sprung nach vorn beugen und das Gesäß aus dem Sattel hebt.

Barocksattel

Der Barocksattel unterscheidet sich besonders durch seine Sitzfläche von den normalen englischen Sätteln. Die Sitzfläche ist nicht flach, sondern leicht nach oben gewölbt. Diese Form hat den Vorteil, dass er dem Reiter mehr Freiheit bei der Wahl seiner Beckenposition lässt und die rechten und linken Gesäßknochen eine feinere Hilfegebung erreichen können. Außerdem ist die Sitzfläche durch sogenannte „Galerien“ eingerahmt und geben dem Reiter ein sicheres Gefühl. Ein weiterer großer Unterschied ist es, dass wir bei den Barocksätteln oft abgesteppte Sattelblätter vorfinden.

Stocksattel

Der Stocksatte wird auch als „Trachtensattel“ bezeichnet. Im Wesentlichen ähnelt er dem Westernsattel., wobei er nur selten ein sogenanntes „Horn“ hat. Der Stocksattel ist im Gegensatz zu den anderen Sportsättel weicher gepolstert und verteilt dadurch das Gewicht des Reiters optimal auf dem Pferderücken. Das wohl aber auffälligste Merkmal des Stocksattels sind die sogenannten “Poleys”. Als Poleys bezeichnet man die aufgesetzten Kniestützen, die den Reiter auch in gefährlichen Situationen im Sattel halten und ihm trotzdem eine ausreichende Bewegungsfreiheit bieten.

Westernsattel

Was beim Westernsattel natürlich sofort auffällt, ist das charakteristische Horn an der Vorderzwiesel. Das Horn mit Handkauf wird beispielsweise zur Befestigung der Zügel genutzt. Früher natürlich auch zum Befestigen des Lassos 😊 Der Westernsattel ist deutlich breiter, länger und auch schwerer als die üblichen englischen Sättel. Die breite Sitzfläche und die langen, breiten Steigbügel vermitteln dem Reiter einen angenehmen und sicheren Sitz. Somit eignet sich der Westernsattel auch optimal zum Ausreiten/Wanderreiten.

Trekkingsattel

Der Trekkingsattel wird gerne für Wanderritte verwendet. Durch seine große Auflägefläche bietet er der Pferdeschulter relativ viel Freiheit. Charakteristisch für den Trekkingsattel sind die langen Trachten und die kurzen Sattelblätter.  An diversen Ösen lassen sich Gepäckstücke für die Wanderritte optimal befestigen.

Wie ist ein klassischer Sattel aufgebaut?

Grundsätzlich haben alle Sättel der klassischen Reitweise sprich Dressur, Springen, Vielseitigkeit den gleichen Aufbau. Ausgenommen hiervon ist der Baumlose Sattel. Der sogenannte Baumlose Sattel hat, wie der Name schon verrät keinen Sattelbaum und liegt komplett auf dem Pferderücken. Die Sattelblätter sind sehr flexibel und weich. Dadurch kann der Reiter die Bewegung des Pferdes besser spüren.

 

 

Worauf sollte man bei der Sattelauswahl achten?

 

Die wichtigsten Punkte für das Pferd

  • der Sattel sollte eine Wirbelsäulenfreiheit gewähren und nicht drücken
  • das Pferd sollte in seiner Bewegung nicht beeinträchtigt oder gestört werden
  • das Reitergewicht sollte optimal auf dem Pferderücken verteilt werden

 

Die wichtigsten Punkte für den Reiter

  • das Sitzen im Pferdesattel sollte für den Reiter bequem und sicher sein
  • die Hilfengebung sollte präziser und leichter fallen
  • das Sattelblatt sollte von der Länge dem Reiterbein angepasst sein
  • die Sitzfläche sollte ebenfalls auf den Reiter angepasst sein

 

Welches Zubehör für Sättel gibt es?

  • Sattelgurt
  • spezieller Bauchgurt/Hintergurt für Westernsattel
  • Steigbügel
  • Steigbügelriemen
  • Sattelunterlagen wie z. B. Schabracken, Satteldecken, Gelpads und Lammfellunterlagen
  • Schweifriemen
  • Satteltasche
  • Maria-Hilf-Riemen/Sattelanfassriemen
  • Sattelschoner

Solltet ihr grade auf der Suche nach einem neuen Sattel für euer Pferd/Pony sein, bitte wendet euch unbedingt an einen qualifizierten Sattlermeister. Nur ein optimaler passender Sattel kann dir und deinem Pferd langfristig beim Reiten Freude bereiten.

Viel Spaß 😊

4 Responses

  1. Isabella
    | Antworten

    Eigentlich ein super informativer Beitrag aber leider sind bei den Sättel die jeder kennt ein Bild dabei und bei den “unbekannteren” leider keines😐

    • tabea
      | Antworten

      Liebe Isabell,

      vielen lieben Dank für Deine Anregung. Wir werden versuchen das zu verbessern 🙂

  2. Jana
    | Antworten

    Hallo!
    Schöner Artikel. 🙂
    Eine Sache stößt mir allerdings etwas auf… man soll sich an einen Sattlermeister wenden, wenn man einen neuen Sattel braucht. Es ist nur eine kleine Änderung, aber irgendwie finde ich die wichtig. Den Meistertitel kannst du direkt im Anschluss an die Sattlerausbildung machen. Als Meisterstück kann man Sattel oder Geschirr wählen. In der Berufsschule wird das Thema Sattel, richtiger Sitz, Anpassung usw gar i.d.R. gar nicht behandelt. Es kann also sein, dass sich jemand Sattlermeister schimpft und je nach Ausbildungsbetrieb quasi so gut wie nie einen Sattel in der Hand hatte und inkl. Lehre 4 Jahre Berufserfahrung hat. 😉
    Ich fände es schön, wenn einfach nur ‘erfahrener Sattler’ dort stehen würde. 🙂
    Und Bilder zu den anderen sattelmodellen fände ich schön.
    Viele Grüße, Jana

    • tabea
      | Antworten

      Liebe Jana,

      vielen lieben Dank für Deine Anregung. Du hast absolut recht, ein erfahrener Sattel trifft es besser. Schön, dass Dir unser Artikel dennoch gefällt. Wir werden den Artikel erweitern.

      Danke 🙂

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