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Reiten in der Schwangerschaft

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Reiten ist in den meisten Fällen nicht nur ein Hobby, das man an den Nagel hängt, wenn sich die Lebensumstände ändern. Sondern für viele Pferdemenschen ist das Pferd eine Leidenschaft, eine Lebenseinstellung, ein Lebensgefühl. Doch gerade Frauen sind irgendwann an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sich alles ändern kann.

Möchte ich ein Kind? Oder entscheide ich mich für eine Karriere? Ist es möglich, alles unter einen Hut zu bringen? Was passiert mit meiner Leidenschaft, meinem vierbeinigen Lebensgefährten, wenn ich mich doch für ein Kind entscheide?

Die Antworten auf diese Fragen können sehr vielfältig sein. Dieser Artikel möchte ein paar Anregungen geben, um dir deine Entscheidung zu erleichtern.

Zunächst einmal stellt sich folgende Frage:

Ist Reiten in der Schwangerschaft gesundheitsschädlich für mich und mein Kind?

Nun, auch dieses Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Viele Ärzte werden erst einmal vor dem Reiten in der Schangerschaft abraten. Die sportlichen Risiken sind beim Reiten höher als bei anderen Sportarten wie Schwimmen oder Yoga, da der Partner Pferd einen weiteren Risikofaktor darstellt. Weiterhin können die reiterlichen Fähigkeiten sehr unterschiedlicher Natur sein. Du solltest dich und dein Pferd selbst einschätzen können.

Wie reagiert mein Pferd auf mögliche Gefahrenquellen und wie entspannt gehe ich selber mit meinem Pferd um? Welches Level besitzen meine reiterlichen Fähigkeiten? Reite ich im Alltag ständig, oder nur gelegentlich?

Je unerfahrener du oder dein Pferd sind, desto weniger macht es Sinn, dich während der Schwangerschaft in den Sattel zu schwingen. Bist du allerdings eine erfahrene und trainierte Reiterin und dein Pferd eher eine "Lebensversicherung" als ein Sensibelchen, dann steht dem Reiten während der Schwangerschaft aus medizinischer und sportlicher Sicht nichts im Wege.

 

Im Gegenteil, Reiten wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, der Blutdruck wird gesenkt, die Sauerstoffversorgung erhöht, und aktive Mütter leiden weniger an Rückenschmerzen. Auch eine bessere Kondition wirkt sich positiv auf Gesundheit von Mutter und Kind aus.

Die richtige Reithose ist kein Problem: Die Umstandsreithose hilft, das Hobby weiter problemlos auszuführen. Hierfür gibt es verschiedene Hersteller, die eine Umstandsreithose mit elastischem Bund anbieten, welche bis zum Ende der Schwangerschaft mitwächst, sodass du dir keine Sorgen machen musst, dich in deine gewöhnliche Reithose hineinquetschen zu müssen.

Informiere dich bei verschiedenen Herstellern, und wähle die Umstandsreithose, die zu dir passt.

Hast du dich dazu entschieden, während der Schwangerschaft nicht auf dein geliebtes Hobby zu verzichten, so mache nicht den Fehler und bespreche deine Entscheidung mit Freunden, Ärzten, Hebammen oder Omas. Denn es wird viele Menschen geben, die versuchen werden, dir diese Entscheidung schlecht zu reden.

Der Vater des Kindes sollte trotzdem mit einbezogen werden, denn er ist maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligt, die euer gemeinsames Kind angehen. Weiterhin ist es wichtig, nicht leichtsinnig aber auch nicht paranoid zu reagieren. Du bist schwanger, nicht krank, allerdings muss es kein Weltrekord im Springreiten und keine lange Distanz sein. Hör immer auf dein Gefühl. Was tut dir gut? Wo gibt es vielleicht Grenzen? Höre immer auf deinen Körper und entscheide, was du dir und deinem Pferd zumuten kannst. Bedenkst du diese Dinge, so schwinge dich in deine Umstandsreithose und dem Reiten in der Schwangerschaft steht nichts im Wege!

Solltest du dich jedoch dafür entscheiden, das Reiten während der Schwangerschaft erst einmal auszusetzen, so gibt es trotzdem etliche Wege, außer dein Pferd zu verkaufen.

Zum einen könntest du Zeit mit deinem Pferd verbringen, ohne zu reiten. Intensive Pferdepflege, Bodenarbeit oder Spaziergänge können eine Alternative darstellen. So bekommst du einen sehr intensiven Kontakt zu deinem Vierbeiner, welcher dir auch nach der Schwangerschaft zugutekommen wird. Und dein Pferd wird diese Pferdepflege genießen!

Eine weitere Möglichkeit ist es, dein Pferd zur Verfügung zu stellen. Hier ist es möglich, mit dem Reiter einen Vertrag aufzusetzen, der einen genauen Zeitrahmen hierfür angibt. Du möchtest dein Pferd nicht zur Verfügung stellen? Vielleicht ist eine Reitbeteiligung dann eine gute Option für dich. So ist dein Pferd in seiner gewohnten Umgebung, du hast noch genug Zeit und Gelegenheit für die Pferdepflege und deine Reitbeteiligung übernimmt den Beritt deines Pferdes. Sollte dein Pferd noch jung und unerfahren sein, so besteht weiterhin die Möglichkeit, es in erfahrene Hände für den Beritt zu geben.

So hast du nach der Schwangerschaft ein gut ausgebildetes Pferd. Hast du eine Stute, die idealerweise auch noch gute Papiere besitzt, so könntest du überlegen, ob du nicht ein Fohlen aus ihr ziehen möchtest.

Sollte dein Pferd ruhig und erfahren sein, so macht es wenig Sinn, das Pferd zu verkaufen. Es wird bestimmt ein gutes Familienpferd und ein guter Lehrmeister für dein Kind.

Ob du dich dazu entscheidest, dein Pferd in Beritt zu geben, dein Pferd zu verkaufen, eine Reitbeteiligung für dein Pferd zu organisieren, dein Pferd zur Verfügung zu stellen oder ein Familienpferd aus deinem Vierbeiner zu machen, du findest die richtige Entscheidung für dich, dein Pferd und deine Lebenssituation.

Wir wünschen dir alles Gute für dich und deine Familie!

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