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Eignung von Pferden

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Dressurpferd, Westernpferd oder doch eher Freizeitpferd? Welches Pferd eignet sich für welche Sparte der Reiterei?

Pferd ist nicht gleich Pferd. Auch bei der Eignung von Pferden gibt es einige Unterschiede. Manche Pferde sind Spezialisten im Dressurviereck, andere fühlen sich in der Natur beim Geländeritt richtig wohl und wieder andere sind hervorragende Springer und absolvieren einen kompletten Parcours. Aber woher weiß man, für was ein Pferd geeignet ist?

Die Voraussetzung, für welche Art von Reiten das Pferd geeignet ist, bestimmt zunächst einmal die Rasse. Über die Rasse erhält man wichtige Informationen über das Temperament sowie über den Körperbau des Pferdes. Diese beiden Faktoren sind wichtige Anhaltspunkte, um die Eignung des Pferdes festzustellen. Natürlich spielen auch die Genetik und die Abstammung eine nicht unwichtige Rolle. Wenn Vorfahren in der Vergangenheit erfolgreich in einer Sparte der Reiterei waren, liegt es nahe, dass die jüngeren Generationen in diese „Fußstapfen“ treten.

 

Welche Reitweisen gibt es?

1. Dressur

Beim Dressurreiten werden die natürlichen Veranlagungen des Pferdes durch gymnastische Übungen gefördert und verfeinert. Ziel der Dressur ist ein rittiges Pferd, welches auf minimale Hilfen des Reiters reagiert und damit zum exakten Ausführen einer gewünschten Lektion veranlasst werden kann. Die dressurmäßige Ausbildung des Pferdes stellt die Grundlage für fast alle reitsportlichen Disziplinen dar. Außerdem gehört die Dressur zu einer der erfolgreichsten Disziplinen überhaupt.

Maßgeblich für die Ausbildung aller Pferde in der Dressur ist die sogenannte Skala der Ausbildung. Diese Skala wurde durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) festgelegt und beinhaltet folgende Punkte:

  • Takt
  • Losgelassenheit
  • Anlehnung
  • Schwung
  • Geraderichtung
  • Versammlung

 

 

 

2. Springen

Das Springreiten ist eine Disziplin des Pferdesports, bei dem Pferd und Reiter einen Parcours in einer bestimmten Reihenfolge und in einer begrenzten Zeit durchreiten müssen. Der Parcours besteht dabei aus mehreren verschiedenen Hindernissen die nacheinander überwunden werden sollen. Bei den Hindernissen kann es sich um Steilsprünge, Hochweitsprünge oder Geländehindernisse (z. B. Gräben, Wassergräben) handeln.

Zum Springreiten gehört auch die Springgymnastik. Hierbei wird überwiegend mit Cavallettis, kleinen Sprüngen und Hindernisreihen gearbeitet. Der Schwerpunkt liegt hier in der gymnastizierenden Arbeit, insbesondere der Lockerung und Kräftigung der Hinterhand- und Rückenmuskulatur.  Springgymnastik ist eine sehr gute Vorbereitung aufs Springen und unterstützt die Vertrauensbildung von Pferd und Reiter.

 

Beliebte Rassen für das Springen sind z. b. Trakehner, Hannoveraner, Oldenburger und Holsteiner

 

 

3. Vielseitigkeit

Die Vielseitigkeit ist eine Disziplin, die aus mehreren Teilprüfungen besteht. Zu den drei Teilprüfungen gehören:

  • Dressur
  • Springen
  • Geländeritt

Gewonnen hat das Paar, welches in allen drei Teildisziplinen, die wenigsten Fehlerpunkte gesammelt hat.

Für eine Teilnahme an Prüfungen in den unteren Klassen sind die meisten Pferderassen und Zuchtlinien geeignet, sofern sie einen passenden Ausbildungs- und Konditionsstand aufweisen. In den höheren Klassen sind überwiegend Warmblüter mit höherem Vollblutanteil und reine Vollblüter vertreten. Ein gutes Vielseitigkeitspferd zeichnet sich durch seine Rittigkeit und Verlässlichkeit aus. Außerdem muss es sich z. B. in der Dressurprüfung konzentrieren können und sich nicht ablenken lassen. Um die Geländestrecke und den Springparcours zu bewältigen, ist ein athletischer Körperbau und eine hohe Leistungsbereitschaft erforderlich. Eine raumgreifende Galoppade ist ebenfalls von großem Nutzen, da in der Geländeprüfung die Hindernisse einige hundert Meter entfernt sein können.

Beliebte Rassen für die Vielseitigkeit sind z. b. Württemberger, Hannoveraner, Trakehne

4. Western

Das Westernreiten hat seinen Ursprung in Amerika und basiert auf der Reitweise der nordamerikanischen Cowboys. Das Pferd eines Cowboys muss ohne dauerhafte Einwirkung des Reiters wissen, was es tun soll, damit der Cowboy sich vom Sattel aus z. B. um die Rinder kümmern kann. Westernpferde müssen zudem extrem wendig und schnell sein.

Im Westernreiten gibt es verschiedene Disziplinen. Dazu gehören z. B.

  • Reining
  • Cutting
  • Trail
  • Western Pleasure
  • Working Cowhorse u. v. m.

Beliebte Rassen für Western sind z. b. American Quarter Horse, American Paint Horse, Appaloosa

5. Wanderreiten/Distanzreiten

Als Wanderreiten bezeichnet man einen, meist mehrtägigen, Ritt in unterschiedlichem Gelände zu Pferd. Hierbei steht das Naturerlebnis, das Kennenlernen der Landschaft als auch des Pferdes, mit dem man beim Wanderreiten den ganzen Tag zusammen ist und von dessen Wohlergehen das Ankommen am Ziel entscheidend abhängt, im Vordergrund.

Beim Wanderreiten übernachtet man unter freiem Himmel, in Zelten oder auf Pferdehöfen die Übernachtungsmöglichkeiten für Pferd und Reiter bieten. In großen Satteltaschen, welche vor und hinter dem Sattel angebracht sind, kann das Gepäck transportiert werden. Es gibt auch die Möglichkeit ein Packpferd mitzuführen, welches ausschließlich das Tragen des Gepäcks übernimmt.

Das Wanderreiten setzt ein ausgebildetes, gehorsames und verkehrssicheres Pferd voraus. Besonders eignen sich naturbelassenen Reitpferderassen, Kleinpferde und Araber, aber auch Warmblüter und sogar Maultiere. Wichtig für das Wanderpferd ist vor allem ausreichende Tragfähigkeit des Rückens und ein stabiles Fundament sowie gesunde Beine.

6. Freizeit

Als Freizeitpferde werden Pferde bezeichnet, welche nicht im Turniersport eingesetzt werden. Freizeitpferde werden häufig im Gelände geritten und dienen meistens nur dem Vergnügen am Umgang mit dem Pferd. Eine Vielzahl an Reitern absolviert aber auch regelmäßig leichte Übungen in der Reithalle oder auf dem Platz, ohne gezielt für Turniere zu trainieren. Hier steht der Spaß am Reiten absolut im Vordergrund.

Als Freizeitpferd eignet sich grundsätzlich jede Pferderasse. Häufig sieht man sogar, dass ehemalige Turnierpferde, aufgrund ihres Alters, als Freizeitpferde abgegeben werden.

7. Zuchtpferd

Wenn ein Pferd aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr reitbar ist, aber auch wenn es gesund ist und eine vielversprechende Abstammung hat, wird dieses Pferd oft als Zuchtpferd eingesetzt (dies betrifft allerdings nur Stuten und Hengste). Unter Pferdezucht versteht man die durchdachte und geplante Vermehrung von Pferden mit dem Ziel, Gesundheit, Leistungsvermögen und bestimmte Rassemerkmale zu erhalten und/oder zu verbessern.

Da als Zuchtpferde nur Tiere eingesetzt werden sollten, die dem Zuchtziel der jeweiligen Rasse möglichst gut entsprechen, muss zunächst eine Auswahl erfolgen. Zu den Auswahlkriterien gehören:

 

  • Abstammung
  • Exterieur/Interieur
  • Eigenleistung
  • Nachkommen Leistung
  • Gesundheit

 

Als Zuchtpferd eignet sich also jede Pferderasse. Entscheidend ist, dass Sie dem jeweiligen Zuchtziel möglichst nahekommen.

 

 

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