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Kappzaum

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Bei der Ausbildung junger Pferde, beim Longieren oder bei der Bodenarbeit sowie auch beim Reiten kann ein Kappzaum sehr nützlich sein. Aber wie wirkt so ein Kappzaum eigentlich? Welche Unterschiede gibt es und was solltest du beachten, wenn du mit dem Kappzaum arbeitest?

Schauen wir uns zunächst einmal an, wie ein Kappzaum am Pferd überhaupt wirkt. Im Gegensatz zu einem Gebiss wirkt der Kappzaum auf das Nasenbein und nicht das Maul ein. Bei korrekter Anwendung kann nicht nur das Genick, sondern auch die Wirbelsäule und sogar die Hüfte des Pferdes erreicht werden. Er ist besonders gut geeignet, das Genick deines Pferdes zu öffnen und so Dehnung, Biegung und Stellung zu erreichen, damit dein Pferd bestmöglich gymnastiziert wird.

Oft kommt der Kappzaum beim Einreiten junger Pferde zum Einsatz. Ein Kappzaum aus Leder ist ein Hilfsmittel für das schonende Arbeiten mit dem Pferd, hiermit kann das Pferd sanft an das Mundstück gewöhnt werden. Nach einiger Zeit kann der Kappzaum mit Gebiss verwendet werden und durch die Verwendung von vier Zügeln können die Wirkungsweisen kombiniert werden. Auch bei Maulverletzungen, nach Zahnbehandlungen oder auch zur Rehabilitation kann der Kappzaum eingesetzt werden. Longieren mit Kappzaum ist besonders beliebt, da der Kappzaum Stellung und Biegung unterstützt.

Kappzaume gibt es in vielen Ausführungen und aus verschiedenen Materialien wie Biothane, Nylon oder klassisch der Kappzaum aus Leder. Gängige Kappzaumarten sind Spanischer Kappzaum, Wiener Kappzaum und Französischer Kappzaum

Der Spanische Kappzaum sollte nicht in grobe oder unerfahrene Hände fallen, denn er ist der am schärfsten wirkende Kappzaum. Oft sieht man Narben am Nasenrücken bei Pferden, die aus Spanien oder Portugal importiert wurden - ein Zeichen für die grobe Behandlung bei der Ausbildung des Pferdes. Ein spanischer Kappzaum hat ein Naseneisen aus einem an der Innenseite meist gezähnten Stahlbügel und wird gerne bei der Bodenarbeit in der Tradition des Barock eingesetzt.

Der französische Kappzaum hat meist ein gut gepolstertes Nasenteil sowie seitliche Backenriemen und einen Ganaschenriemen, welcher verhindern soll, dass der Kappzaum rutscht. Hier besteht der Nasenriemen aus einer Kette, die mit Leder ummantelt ist und sich optimal der Pferdenase anpassen kann. Auch dieser Kappzaum sollte nur in erfahrene Hände geraten und bei der Bodenarbeit und beim Longieren mit Kappzaum sanft eingesetzt werden.

Der bei uns jedoch bekannteste Kappzaum ist der Kappzaum aus Wien. Das Kappzaumeisen entspricht der Form des Nasenrückens und ist meist sehr dick gepolstert. Es ist wichtig, dass der Kappzaum gut an der Pferdenase anliegt, denn nur so erlaubt er eine präzise Einwirkung. Durch die Polsterung kann dieser Kappzaum nicht so viel Schaden durch einen unerfahrenen Menschen anrichten, weniger sensible Pferde können sich hiermit allerdings auch einfacher den Hilfen entziehen. Gerne wird dieser beim Longieren mit Kappzaum eingesetzt.

Nur wie findest du nun den passenden Kappzaum für dein Pferd? Ganz so einfach ist das nicht, denn der Kappzaum muss perfekt sitzen, um auch als präzises Ausbildungshilfsmittel funktionieren zu können. Lass lieber die Finger von Nylonmodellen, diese sehen zwar sehr harmlos aus und sind auch meist sehr viel günstiger als ein Kappzaum aus Leder, verrutschen aber sehr leicht und wirken so nicht genau. Es sollte also ein Kappzaum sein, der perfekt sitzt. Das Nasenstück muss geschmeidig anliegen und keine Lücken aufweisen, die Ohrenansätze müssen frei sein und der Kappzaum darf nicht auf diese drücken, da hier Akupunkturpunkte des Pferdes liegen. Und auch der Stirnriemen muss weit genug für dein Pferd sein und darf nicht drücken.

 

Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, einige Modelle auszuprobieren. Beobachte dein Pferd genau und du wirst feststellen, mit welchem Kappzaum sich dein Pferd am wohlsten fühlt.

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