Isländer
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Isländer

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Isländer - die zierlichen Tänzer

Im heutigen Reitsport sind sie nicht mehr wegzudenken - die handlichen Kleinen mit der bezaubernd wuscheligen Mähne und der unvergleichlichen Robustheit. Hierzulande werden sie liebevoll "Isi" genannt. Die Isländer setzten bei ihrer damaligen Ankunft in unserem Land eine echte Massenbewegung aus.

Damals hieß "Reitsport" lediglich Dressur und Springen auf hochbeinigen Warmblütern - Nun zeigt sich eine andere Welt. Der Genuss vom Freizeitreiten tritt immer mehr in den Vordergrund und die Einstellung zur Haltung der Tiere hat sich deutlich verbessert. Robust Pferde sind im Kommen und bieten den "Großen" kräftig Paroli. Isländer tragen ihren Teil dazu bei.

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Exterieur, Interieur und vielfältige Fellfarben

Wenn Du die kleinen Gangwunder betrachtest, erkennst Du wirklich ein Bilderbuchpony. Ihr Stockmaß beläuft sich auf circa 1,30 Meter bis ungefähr 1,45 Meter. Sie besitzen eine kräftige, harmonische Statur. Die Kruppenpartie ist abgeschlagen und hat einen tief angesetzten Schweif. Das Langhaar der Isi´s ist stark ausgeprägt, füllig und neben den aufmerksamen Augen und den zarten Nüstern ein weiteres Erkennungsmerkmal. Die hübschen Kleinen haben eine stabile Knochenbasis und harte Hufe.

Wenn es um die Fellzeichnungen der Isländer geht, heißt es: Nichts ist unmöglich! Hier bietet sich wirklich eine riesengroße Vielfalt an Farbkombinationen. Von Füchsen über Braune bis hin zu Schimmeln, Rappen und Schecken ist alles vertreten. Es gibt zudem weitere Farbtöne wie beispielsweise erdfarbene, windfarbene und mausgraue Nuancen. Bei manchen der Ponys zeigen sich sogar frühzeitliche Streifen an ihren Füßen. Fast wie beim Zebra. Lediglich Tigerschecken wirst Du in einer Gruppe Islandpferde nicht finden.

Die inneren Werte der Hübschen sind stimmig zum äußeren Erscheinungsbild. Sie sind tolle Mitarbeiter, trittsicher, mutig, durchaus selbstständig und verhalten sich ihrem Menschen gegenüber respektvoll. Isländer zeigen Leistungsbereitschaft in allen Reitdisziplinen und bieten einen zügelbaren Vorwärtsdrang. In ihrem kleinen Körper steckt durchaus Temperament.

Haltungsform

Diese Huftiere sind optimal für die Offenstallhaltung geeignet. Sie sind ausgesprochene Herdentiere und würden separiert in einer Box sicherlich kein glückliches Leben fristen. Da Islandpferde ihr Futter gut verwerten, ist meist eine hochwertige Raufuttergabe über den Tag verteilt plus Mineralien ausreichend.

Die Gangarten der Isländer

Faszinierend beim Isi ist nicht nur sein Äußeres und seine Robustheit. Die Spezialgangarten, welche er anbietet, sind für jeden Reiter ein Traum. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten schenken uns Islandpferde ein superbequemes Sitzgefühl mit geringsten Erschütterungen. Wie ist das möglich?

Diese Ponys haben eine angeborene Veranlagung. Neben Schritt, Trab und Galopp bieten sie auch den Tölt (ebenfalls in verschiedenen Tempis reitbar) und den Rennpass (hauptsächlich eine Turniergangart) an.

Beim Tölten richten sie sich vorne auf und anders als beim Trab gehen Vorderbein und gleichseitiges Hinterbein zusammen nach vorn/hinten. Die Schwungphase ist weniger nach oben gerichtet wie beim herkömmlichen Trab. Voll "easy"!

Doch diese Gangarten vom Pferd wollen gelernt sein. Denn: Man muss diese Lauftechniken nämlich auch sauber herausreiten können! Nicht bei allen Isländern ist der Tölt gleich gut ausgeprägt. Das erfordert Fingerspitzengefühl und eine sorgfältige Ausbildung von Pferd und Reiter. Auf einem Islandpferdegestüt kannst Du Dir zum Beispiel ein Bild davon machen. Dort wird Dir auch auffallen, dass diese Gangpferde einen anderen Sattel auf ihrem Rücken tragen.

Der Isländersattel ist etwas länger und von der Sitzfläche flacher. Er wird weiter hinten getragen, da die Ponys viel Schulterfreiheit benötigen. Ein "normaler" Reitsattel ist meist nicht passgenau, hat eine zu hohe Widerristkammer und einen zu tiefen Sitz. Die Bügellänge beim Tölt ist länger. Der Isi-Sattel verfügt außerdem über geschwungene Sicherheitsbügel. Vorbildlich!

Islandpferde Zucht

Tatsächlich ist die Geschichte der isländischen Pferde sehr interessant. Etwa im neunten Jahrhundert bereits nahmen norwegische Bauern ihre Tiere mit auf die feurige Insel. Sie besaßen Germanen- und Keltenponys. In den nächsten Jahrhunderten entwickelten sich aus diesen beiden enorm zähen Rassen die Islandpferde. Eine gesetzgebende Versammlung regelte damals die Züchtung der Tiere. Seit circa 1000 Jahren wurde beim Isländer Reinzucht betrieben. Ein Einfuhrverbot verbietet bis heute, dass weder Fremdpferderassen noch eigene Tiere, die das Land zu Turnierzwecken verließen, das Land betreten.

Das karge Island hat das Leben für die kleinen Pferdchen nicht leicht gemacht. Und so überlebten nur die Stärksten unter ihnen. Es härtete die Ponys ab und brachte eine kräftige und gesunde Rasse hervor. Die Menschen der schönen Insel lieben ihre Pferde sehr. In Sagen und poetischen Texten preisen die Einheimischen ihre Lieblinge. Die Wuschelponys sind der Stolz der isländischen Nation.

Resümee - zähe Kerlchen erobern die Herzen

In die zotteligen Nordlichter verlieben sich nicht nur Kinder, denn Ihr unendlicher Charme und ihre Rittigkeit verzaubern einfach. Fakt ist, die kleinen Gangpferde erweitern unseren Reitsport positiv. Es heißt nicht umsonst: Das beste 5-Ganggetriebe der Welt stammt aus Island! Na, hast Du nun auch Lust bekommen auf Isi-Feeling?

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