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Das Dülmener Wildpferd – der kleine Graue aus dem Merfelder Bruch

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Es gibt sie wirklich. Frei lebende Wildpferde in Deutschland. Auf einem völlig naturbelassenem Areal von circa 3,6 Quadratkilometern in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Dülmen leben bis zu 400 Tiere im Einklang mit der Natur. Dort wechseln sich Eichen- mit Nadelwäldern ab und Heidelandschaft mit Moorflächen und Sträuchern.

Dieses große Wildpferde-Gehege ist einzigartig in Europa und die Pferderasse findet genau den Lebensraum vor, der es ihr ermöglicht ohne den Einfluss des Menschen zu existieren. Die Herde ist ein wesentlicher Bestandteil des Naturschutzes und es hat Priorität den Bestand der Dülmener zu fördern sowie nachhaltig Ihr Dasein zu sichern. Haben wir Dich neugierig gemacht? Tatsächlich gibt es noch viel Interessantes über diese ganz spezielle Pferderasse mit ihrem typischem Aalstrich zu erzählen.

Ursprüngliches

Der kleine, im Merfelder Bruch lebende Falbe wurde urkundlich schon im Jahr 1316 erwähnt. In dieser Zeit gab es etliche wildlebende Ponys in diesem Gebiet. Damals war es jedoch weitaus größer. Erst durch landwirtschaftliche Nutzung sowie Landinbesitznahme wurde das Areal bis auf seine heutige Größe eingeschränkt. Dank der Familie des Herzog von Croy, die sich Mitte des 19. Jahrhundert für das Pony einsetzten, konnte das Land erhalten bleiben.

Das Dülmener Wildpferd wurde ursprünglich eigentlich nicht als reines Wildpferd geboren. Es entstand aus Hauspferden und wildlebenden, westfälischen Pferden.

Es heißt, der Herzog ließ damals 20 von ihnen einfangen. Auf ihnen beruhe die Herkunft der hübschen Ponys.

Zuchtverfahren

Hauptinteresse im Zuchtgeschehen war bzw. ist es, den Erhalt der Tiere zu gewährleisten. Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte sich jedoch das äußere Bild der Wildpferde nicht mehr ganz so einheitlich. Durch den Einschlag von Welsh oder Huzulen kam zu viel Farbe ins Spiel. Das besserte sich dann ab 1957, als polnische Koniks eingekreuzt wurden. Seit 1984 wurden nur noch deren Graufalben-Hengste gestattet und die typische Falb-Farbe blieb fortan erhalten.

Ein jährlicher Pferdefang im Frühjahr ist wichtig. Er findet seit 1907 statt. Dabei werden die heranwachsenden Junghengste aus der Herde per Hand und ohne Hilfsmittel eingefangen und veräußert. Grund: Es würde bei zu viel Hengsten einerseits kontinuierlich Rivalitäten geben und andererseits wäre der Raumanspruch für die Masse an Tieren dann nicht mehr gewährleistet.

Die Jährlinge verlieren zwar Ihre Freiheit, werden aber bei guten Haltungsbedingungen rasch an ihr neues Leben gewöhnt sein. Der Weg zum Reitsport ist bald kein unbekannter Pfad mehr für sie. Nicht selten sind die Käufer in einer Interessengemeinschaft für das Dülmener Wildpferd oder selbst Züchter und wollen durch Ihren Kauf zur Arterhaltung beitragen.

Wichtig ist für Dich vielleicht zu wissen, dass nur die Tiere "Dülmener Wildpferde" genannt werden dürfen, die auch tatsächlich im Gehege geboren wurden. Die Tiere, die später bei Privatzüchtern gezogen werden, bekommen auf dem Papier nur den Namen "Dülmener". Leider zählt das Pony insgesamt immer noch zu den stark gefährdeten Nutztierrassen.

Äußeres Erscheinungsbild

Das Pony aus dem Merfelder Bruch hat ganz arttypische Kennzeichen. Die sind zum einen seine unverkennbaren Falb-Schattierungen teils sogar mit Streifen an den Beinen. Zum anderen natürlich der auf der Wirbelsäule bist zum Schweif gezogene Aalstrich. Mit einer Körpergröße von 125 - 135 cm sind sie keine Riesen und zählen daher zu den Ponys bzw. Kleinpferden.

Proportional sitzt ein ausdrucksvoller Kopf mit relativ breiter Stirn, hübschen Augen und kleinen Ohren auf dem gut aufgesetzten, leicht gewölbten Hals. Dieser geht in schräge Schultern und in eine elastisch bemuskelte Rückenpartie über. Der Widerrist ist ponytypisch eher mäßig ausgebildet, die Brust dafür breit und die Kruppe leicht abschüssig. Erwünscht ist ein Rechteckformat des Körpers mit passender Gurttiefe und ansprechender Rippenwölbung.

Bei der Hinterhand ist gut Muskulatur vorhanden. Die Beine sind, wie es sich für ein Wildpferd gehört, mit stabilen Röhren und trockenen Gelenke sowie harten Hufen ausgestattet.

Etwas Fesselbehang und das dichte Langhaar in meist dunklerer Farbe runden das ursprüngliche Exterieur der hübschen Pferderasse ab.

Charakterzüge

Trotz seiner anfänglich wilden Natur hat der Falbe aus Dülmen ein sehr gutmütiges und ausgeglichenes Wesen. Tatsächlich sind die "Domestizierten" unter ihnen recht gut im Reitsport unterwegs. Ihre freundliche Art und ihre Neugierde erleichtern die Ausbildung zum Sport- oder Freizeitpferd in jedem Fall. Die Trittsicherheit, die ihnen in die Wiege gelegt wurde, macht sie natürlich auch für den Einsatz im Gelände interessant. Selbst längere Distanzen sind kein Tabu für die ausdauernden Kleinen. Sogar vor der Kutsche geben die Falben ein hervorragendes und optisch ansprechendes Bild ab. Alles in allem ein gehobenes Freizeitpferd mit besten Allround-Eigenschaften.

Haltung

Es ist sicher schon deutlich geworden, dass ein Dülmener Wildpferd nicht gerade in einer beengten Box gehalten werden sollte, oder? Das pfundige Pferdchen benötigt Weitsicht, ausreichend Platz, viele Artgenossen, Natur, Sonne, Wolken und Wind um die Nase.

Für diese Pferderasse ist der großzügige Offenstall, vielleicht mit tollem Paddock-Trail und einer ebenso freundlichen Pony-Herde, genau das Richtige. So können die langlebigen Tiere dann auch außerhalb ihres natürlichen Lebensraums ein zufriedenes, glückliches Leben führen.

Fazit

Wild wie friedlich kann sich ein kleines Pferd in grauer Jacke präsentieren. Dabei ist das Dülmener Wildpferd niemals eine graue Maus. Seine positiven Eigenschaften und besonders seine ursprünglichen Gene machen es für uns so überaus wertvoll.

Hast Du jetzt vielleicht Lust bekommen, das schicke Pony live zu sehen? Kein Problem. Jedes Jahr am letzten Samstag im Mai dürfen Besucher in der Merfelder Bruch Arena an der großen Fang-Aktion mit anschließender Versteigerung teilhaben. Ein rundum spektakuläres Erlebnis für die ganze Familie. Tickets dafür solltest Du Dir schon im Kartenvorverkauf sichern, da das Event stets gut besucht ist. Viel Spaß!

Animalons Bürstenempfehlung für das "robuste" Dülmener Wildpferd:

Wir empfehlen für die tägliche Fellpflege des Dülmeners unsere Care Flex Wurzelbürste. Damit kannst du mühelos den getrockneten Matsch und Dreck auf dem Fell deines Lieblings lösen. Die Wurzelbürste ist ideal für die Reinigung der Beine und hilft dir starke Verschmutzungen im Handumdrehen zu beseitigen.

Passend dazu empfehlen wir dir noch die Mähnen- und Schweifbürste. Denn so eine "wilde Mähne" will gebändigt werden. Mit unserer Mähnenbürste kämmt man sogar die dickste Mähne schonend knotenfrei.

 

 

 

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