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Druse beim Pferd – notwendige Infos für den Ernstfall

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Wir alle wünschen uns gesunde Pferde. Doch leider hören wir immer wieder von Nachrichten aus Reitställen, in denen Krankheiten wie beispielsweise die Druse ausgebrochen sind. 

Für die Besitzer der Tiere und die Stallbetreiber ein großer Schock. Der betroffene Bestand wird unter Quarantäne gestellt, die Erkrankten umgehend tierärztlich versorgt und für die Tiere bleibt letztlich nur das Beste zu hoffen.

Was ist Druse denn eigentlich? Wie erkennst Du die Pferdekrankheit und wie kannst Du deinem Pferd dann helfen? Berechtigte Fragen. Wir wollen versuchen Dir die wichtigsten Fakten über das Druseerkrankungsbild beim Pferd zu erläutern.

Druse - kurz erklärt

Die Druse gehört zu den Erkrankungen der Atemorgane. Der Auslöser für die Infektion sind Streptokokken beim Pferd. Diese fiesen Dinger sind hochansteckend! So bleibt es nicht aus, wenn ein Pferd dieses Leiden hat, dass noch weitere Tiere erkranken werden. Im schlimmsten Falle kann es den gesamten Stall befallen. Meldepflichtig ist die Druse beim Pferd aber nicht.

Diese Pferdekrankheit gibt es tatsächlich schon seit jeher. Hier jemanden zu beschuldigen, wäre nicht angebracht. Denn: Wenn sie wirklich ausbricht, heißt es zusammenhalten und sie gemeinsam durchzustehen. Sofortige tierärztliche Versorgung natürlich inbegriffen!

Gefährdet für diese Erkrankung sind besonders alte oder noch junge Pferde mit schwächerem Immunsystem. Doch auch gesunde Tiere, die viel Stress (z. B. Turniere, Transporte...) ausgesetzt sind, können erkranken. Das Bakterium kann sogar im Stall umgehen und nicht ausbrechen. Ein gefestigtes Immunsystem kann die Druse Krankheit also durchaus abblocken. Menschen können daran nicht erkranken.

Verlauf der Pferdekrankheit Druse

Wie bereits erläutert, ist der Streptococcus equi der Übeltäter. Dieser Bakterienstamm ist sehr überlebensfähig und kann tagelang im Stall, auf der Wiese oder im Paddock überleben. Selbst im Wasser kann er weiterleben.

Übertragung:

 

- von Pferd zu Pferd (bei einem Huster prusten kranke Tiere die Bakterien bis zu 40 - 50 Meter von sich weg)

- von freilaufenden Hunden und Katzen

- Bakterien haften überall (Kleidung, Schuhe, Fell...)

Druse hat Inkubationszeit von drei Tagen bis zwei Wochen nach Kontaktierung mit der bakteriellen Materie. Die Streptokokken befallen dann die Lymphknoten beim Pferd und bilden dort Abszesse mit eitrigem Sekret. Eine starke Schwellung (teilweise bis zur Atemnot = Luftröhrenschnitt notwendig) ist die Folge. Platzt diese auf, entleert sich der ganze Rotz über Luftsack und Nase. Meist wird dieser im Zuge der Gesundung des Tieres wieder gereinigt.

Leider kann der Abszess auch nach außen durch die Haut im Ohrspeicheldrüsenbereich aufbrechen. Nicht schön. Der Gang in die Pferdeklinik ist in jedem Fall die beste Wahl. Die ausgeschiedenen Sekrete sind enorm erregerhaltig und hochansteckend! Wird nicht früh genug gehandelt oder hat das Tier eine von Grund auf schlechte Konstitution, kann die Pferdekrankheit tödlich verlaufen.

Druse Symptome:

 

- Dein Pferd wirkt schlapp und antriebslos

- Das Tier hat viel Nasenausfluss (grün bis gelblich)

- Fieber beim Pferd (oft sehr stark erhöhte Temperatur)

- Husten

- stark geschwollene Lymphknoten sind ein Warnhinweis (Du findest sie auf Höhe der Ganaschen im Unterkieferbereich)

- Schluckbeschwerden

- Dein Pferd hat wenig bis keinen Appetit

Diagnose Druse beim Pferd

Dein erstes To Do bei Verdacht auf diese Erkrankung ist es, den Tierarzt (oder die Pferdeklinik) zügig zu kontaktieren.

Dieser wird als erstes eine Basisuntersuchung bei Deinem Schatz durchführen.

Das heißt, er beobachtet die Atmung (Normalwert bei Ruhe: 8 -12 Züge/Minute) und misst via Thermometer die Körpertemperatur (Normalwert bei Ruhe: 37,5 - 38,2 Grad Celsius), ob Fieber beim Pferd vorliegt. Er hört zudem die Lunge mit seinem Stethoskop ab. Oft hilft ihm ein Abklopfen des Organs, um Schleimbildung zu erkennen. Auch das Abtasten der Lymphknoten gehört dazu.

Doch das Wichtigste zur Druse Erkennung ist eine Sekretprobe. Diese bakteriologische Untersuchung ist unerlässlich!

Diese Proben sind in Deutschland über LABOKLIN möglich. Dein Tierarzt weiß das aber und wird sicher schnell handeln. Die Laboruntersuchung zeigt an, welche Keime Dein Pferd plagen.

Keine Angst - es muss nicht gleich sein, dass die Druse beim Pferd ausgebrochen ist. Vielleicht hat Dein Partner auch nur eine einfache Erkältung, welche der Veterinär gut behandeln kann.

Im Falle eines Druseausbruchs wird Dein Arzt vermutlich zu einem starken Penicillin greifen, eine absolute Quarantäne anweisen und Dich über den weiteren Verlauf ausführlich aufklären. Er wird außerdem Eurem Stall eine umfangreiche Desinfektion anordnen. Diese muss über Wochen/Monate eingehalten werden!

Eine Drusebehandlung beim Pferd kann sich leider über längere Zeit hinziehen. Etwas Linderung verschafft ein Kartoffelbreiwickel (warm) an den betroffenen Stellen am Hals. Das ist ein Rezept aus Omas Zeiten - soll aber bei dieser Pferdekrankheit tatsächlich helfen. 80 -90 % der Tiere werden wieder gesund. Der Rest? Man mag nicht drüber nachdenken. Bitte positive Gedanken!

Impfstoffe gegen die Krankheit sind prophylaktisch zwar möglich (z. B. bei Neueinstellern), aber ob die Impfung gerade "den" Bakterienstamm erfasst, ist fraglich. Die beste Vorsorge ist und bleibt: Allen Bedürfnissen Deines Pferdes nachzukommen (hochwertiges Futter über den Tag verteilt, viel uneingeschränkte Bewegung an der frischen Luft, regelmäßiges Training, saubere Einstreu, Artgenossenkontakt und liebevolle Fürsorge).

Wir vom Team Animalon wünschen Dir und Deinem Pferd viel Gesundheit und dass Ihr niemals Erfahrungen mit diesem Übel machen müsst!

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