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Araber – edle Schönheiten mit einer Extraportion Ausdauer

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Viele Mythen werden um die Entstehung der Vollblutaraber erzählt. Du kennst sicher den Satz: Gott nahm eine Hand voll Wind und schuf das arabische Pferd. Bestimmt gehört, oder? Diese und weitere Legenden ranken sich bis weit in die frühzeitliche Geschichte und zeigen uns, welche besondere Wirkung diese wundervollen Tiere schon seit jeher auf den Menschen hatten. Diese Faszination ist bis heute geblieben und diese eleganten Vollblüter sind aus dem Reitsport nicht mehr wegzudenken.

Lass Dich entführen in die Welt des Orients!

Geschichte und Herkunft

Der Araber ist ein Wüstenpferd. Südwestarabien und das Hochland des Nedsch prägten diese anmutigen Tiere. Es wird vermutet, dass das arabische Pferd sogar auf Züchtungen des babylonischen Reiches und Ägyptens während der Pharaonenzeit zurückzuführen ist. Der Vollblutaraber gilt demnach als die älteste Rasse der Welt.

Laut einer Sage waren es ursprünglich 5 mutige Stuten, die ihrem Herrn, dem Propheten Mohammed treu ergeben waren. Diese wählte er, um einen reinen Stamm weiter zu züchten. Aus ihnen entstanden später charakteristische Zuchtlinien (z. B. der feine Typ oder ein schmaler Rennpferdetyp). Fortan wurde außerordentlich Wert auf die Reinerhaltung des Blutes gelegt. Keine fremden Pferderassen durften mit in die Zucht einfließen. Nur so blieb der Vollblutaraber erhalten.

Araber Zucht heute

Die edle Pferderasse wird für viele andere Pferderassen zum Veredler. So finden sich oft Araber in den Papieren unserer Reitpferde. Nennen wir es ein Härte-, Gesundheits-, Ausdauer-, Schönheits-, und Umgänglichkeitsupdate par excellence. Sämtliche "Sportler" haben viel vom Einfluss der Beduinenpferde abbekommen und profitieren sehr davon.

Heute ist das arabische Vollblut weltweit vertreten und beliebt wie eh und je.

Bekannte Gestüte findest Du beispielsweise in:

 

  • Janow Podlaski in Polen
  • Tersk in Russland
  • Crabbet Park in England
  • Babolna in Ungarn

Auch bei Dir in Deutschland ist das Edeltier vertreten. Im Haupt- und Landesgestüt Marbach in Baden-Württemberg sind Hengste, Stuten sowie Nachzuchten öffentlich einsehbar. Ein Besuch ist es in jedem Fall wert!

Die WAHO (die weltweit tätige World Arabian Horse Organisation) wurde 1970 gegründet mit Sitz in England. Diese erkennt pro Land nur einen einzigen Zuchtverband an. Bei uns der VZAP (Verband der Züchter und Freunde des arabischen Pferdes. Hier eingetragen sind Vollblutaraberpferde und ... A C H T U N G:

Shagya Araber, Anglo-Araber, Arabisches Halbblut und Araber (die alle in ihrer Abstammung Fremdblut aufweisen dürfen). Araberpferd ist also nicht gleich Araberpferd!

Du hörst oder liest immer mal das Wort "asil" in Zusammenhang mit dem Vollblüter? Diese "Edel"-Bezeichnung bekommen nur die Pferde, welche aus den Abstammungslinien erwiesen auf Originalaraber aus einer Wüstenzucht (Beduinen) auf der Arabischen Halbinsel zurückgehen.

In deutschen Abstammungspapieren findest Du außerdem für das reine Araberpferd ein OX hinter dem Namen des Tieres.

Exterieur und Interieur

Die extremen Witterungsverhältnisse der Wüste brachten zähe Pferde hervor. Bei ihrem mittelgroßen Maß (148 - ca. 158 cm) wirkt der Körper wohlproportioniert. Rassetypisch ist der edle Kopf mit dem meist konkaven Profil (Hechtkopf). Die Stirn und die Ganaschen sind relativ breit. Ein waches, ausdruckstarkes und großes Auge betont das Temperament der schönen Tiere.

Die Halslinie ist geschwungen und mündet in einer schrägen, langen Schulterpartie. Der Widerrist ist deutlich ausgeprägt. Das Pferd steht im Quadrat, wobei die Kruppe manchmal sehr kurz sein kann.

Der hohe Schweifansatz ist ebenso ein Markenzeichen des Arabers. Bei Erregung wird dieser hochgetragen und symbolisiert eine wehende Fahne. Diese wird als "die Fahne des Propheten" bezeichnet. Dabei zeigen sie stolz ihre schwebenden Gänge. Das feine Langhaar und das seidige Fell glänzen zudem herrlich in der Sonne. Ein Augenschmaus!

Die Beine der "Beduinen" sind sehnig, trocken und weisen besonders harte, kleine Hufe auf. Bei der Fellfarbe überwiegt Schimmel, aber es gibt auch Füchse, Braune und vereinzelt Rappen.

Interessanterweise haben arabische Pferde etliche Wirbel weniger als andere Pferde und nur 17 statt 18 Rippen.

In der Wüste mussten sich Pferd und Mensch aufeinander verlassen können. Das enge miteinander machte diese eleganten Geschöpfe deshalb unheimlich menschenbezogen. Sie sind enorm leistungsbereit, schnell, leichtfüßig und besitzen eine wahnsinnige Ausdauer. Die Rasse selbst ist eher spätreif. Dafür aber langlebig und leicht händelbar.

Verwendung des Arabers

Das arabische Pferd ist im Komplettspektrum Reitsport zuhause. Als Freizeitpferd genauso geliebt wie in der klassischen Dressur, beim Westernreiten, vor der Kutsche und als Rennpferd. Im Distanzreiten hat diese edle Pferderasse ganz klar die Nase vorn. Der Distanzsport liegt ihnen einfach im Blut. Nicht umsonst belegen bei der Distanz- WM diese Könner die ersten Plätze. Auch die verwandten Shagya Araber sind ehrgeizig und zeigen im Vielseitigkeitssport und beim Distanzreiten ihre unbändige Energie.

Fakt: Vollblüter - Multitalente in hübsch für jedermann.

Resümee

Ja ok - es kommt zum Schluss: Das stolze Araberpferd gilt schon etwas als Prestigesymbol. Aber wenn nicht diese Rasse, welche dann? Diese edlen Tiere sind die Pferde mit der wahrscheinlich ältesten Vergangenheitsgeschichte. So sei es ihnen wohlwollend vergönnt, dass sie ihr Leben nicht nur als schickes Freizeitpferd sondern auch als atemberaubend schöner "Vorzeigepartner" verbringen dürfen. Wer kann ihrem Anblick schon widerstehen?

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